Die Arbeit war Teil der deutsch-japanischen Kunstausstellung green.space2 licht/schatten in Weimar 2003 mit Ausstellungsschwerpunkt Licht und Schatten.
Meine Kunstinstallation erforscht die körperliche Wahrnehmung von Licht, die sich einstellt, wenn sich ein Mensch in einem beleuchteten Raum befindet. Licht wird nicht nur ausschließlich mit den Augen, sondern auch stets im Zusammenhang mit dem Körper wahrgenommen. Dies ist eine Sicht der Phänomenologie und basiert auf psycho-physikalischen Erkenntnissen. Ziel der Arbeit ist es, eine Lichtatmosphäre zu erschaffen, die mehr gefühlt, als mit den Augen gesehen werden kann.
August 2003
Niedervolt-Halogenstrahler,
Stroboskop und Diarahmen.
Der Raum wird rundum mit schemenhaften Schattenbildern von Bäumen, Ästen und Blättern bespielt. Sie stellen keine herkömmlichen Fotos dar, sondern Fotogramme von Baumschatten, die auf den Waldboden fallen. Fotogramme weisen eine spezielle Raumwirkung auf, da sie ohne Linse erstellt werden und somit keine Zentralperspektive besitzen. Dadurch wirken die Projektionen wie ein von Bäumen gestalteter Lichtteppich und erreichen eine dichte Atmosphäre.
Ergänzend zu den diffusen Schattenprojektionen wirft im zufälligen Rhythmus ein Stroboskop ein scharfes Schwarzweißfoto eines Baumstammes an die Wand. Das Blitzfoto ist zu schnell, um richtig erkannt zu werden. Die kurzen, visuellen Eindrücke werden im Kopf zu einem Baum zusammengesetzt, der immer symmetrisch wirkt, obwohl er es auf dem Foto nicht ist.
Aus den beiden Teilen setzt sich beim Betrachter eine Gesamtstimmung zusammen. Die Variationen der Schärfe, der Dunkelheit und der Größe lassen ein Blätterdach über dem Betrachter entstehen, das als Objekt nicht vorhanden ist und nur durch seine Atmosphäre erdacht und gefühlt wird. Im Kontrast dazu kann das scharfe, detaillierte Blitzfoto des Baumes nicht ausreichend erkannt werden und wird im Geiste zusammengefügt. Ein Spiel zwischen Einfühlen und Erkennen.






















