Batman Revolts

Umsetzung der interaktiven Videoinstallation
zum Thema Compositing

Die interaktive Videoinstallation ist zusammen mit den Texten die Umsetzung des Themas Compositing für meine Diplomarbeit - einer Ausstellung über Digitale Filmproduktion.

Die Arbeitsmethode des Compositing kann mit Hilfe der Ebenentechnik fotorealistische Bild-In-Bild-Montagen am Rechner erzeugen. Die einzelnen Ebenen werden skaliert, gedreht, verschoben, maskiert und miteinander verrechnet.

Neben der Videoinstallation, erklären die Ausstellungstexte diese Techniken am Beispiel einer Stadtansicht von Gotham City von der Produktion Batman Begins von Christopher Nolan, 2005.

September 2006

2 PCs, 2 Webcams, Infrarot-Cam, DvCam,
Photoshop, Illustrator, InDesign,
AfterEffects, Combustion,
HLSL-Shader und Live-Videosoftware VVVV.

Ziel der Installation ist dem Besucher das Gelesene praktisch und spielerisch durch Interaktion näher zu bringen und damit die abstrakte digitale Technik in eine reale Erfahrung zu verwandeln. Die Umsetzung soll nicht nur die digitalen Techniken veranschaulichen, sondern diese, als eine Art Forschungsstrategie, auch selbst benutzen:

Das Interface und die Software nutzen die Möglichkeiten der digitalen Bildverarbeitung um Digitales Bild zu erklären.

Die Bedienung der Medieninstallation erfolgt über die Raumposition des Besuchers und orientiert sich auch an den Entwurfskritierien der anderen Installationen.

Bei der Installation treibt der Besucher eine kleine interaktive Geschichte vorwärts: Er soll einem Mädchen aus einer unangenehmen Situation mit Joker heraushelfen. Die Geschichte ist eine kleine Sequenz aus einem Batman-Kurzfilm, der teilweise an den Installationen bearbeitet und verändert wird.

Batman and related elements are the trademarks of DC Comics ©2007. Batman created by Bob Kane

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Der Besucher steuert die Geschichte indem er verschiebbare Pilze dem Tanzpäarchen geschickt in den Weg stellt. Er kann mit seinem medialen Körper die Pilze durch entsprechende Berührungen in die vier Richtungen Links, Rechts, Vorne und Hinten verschieben und so die Pilze in die makierten Zielpositionen drücken. Nach Testläufen erwies sich eine stark geführte Interaktion mit einem einfachen Bildaufbau geeigneter und überfordert den Besucher nicht.

In der Videoinstallation sieht sich der Besucher selbst von hinten. Entsprechend seiner Bewegungen im Ausstellungsraum, bewegt sich seine Medienfigur im Filmbild. Der Raum wird medial dupliziert. Die Raumtiefe wird im Bild durch die Überlappung und Verkleinerung der Bildebenen simuliert.

In der Installation kommen, wie bei Compositing-Programmen üblich, Bilder, Bildsequenzen und Videos zum Einsatz. Auch die Technik des Maskieren wird bei der Figur des Besuchers verwendet.

Die Installation baut die Illusion eines Raumkontinuums auf — dem künstlerischen Ziel des Compositing — indem sie die Arbeitstechniken des Compositing benutzt und durch Interaktionsmöglichkeiten dem Besucher auch erfahrbar macht.

Der Aufbau der Installation ist ähnlich dem Bluebox-Verfahren, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Hintergrund nicht leer, blau oder grün sein muss. Er kann beliebige Farben und Formen haben. Die Person wird alleine durch Computer-Algorithmen vom Hintergrund getrennt.

Die interaktive Videoinstallation schlägt die Brücke zwischen dem klassischen, textbasierten und wissensvermittelnden Museum und dem modernen, experimentellen und interaktiven Science-Center. Sie bietet schriftliches Hintergrundwissen an und kombiniert dieses mit einer Interaktion, die das Thema technisch aufgreift und die Arbeitsmethoden des Compositing dem Besucher durch eigene Erfahrung begreifbar macht.

Wissen wird somit nicht nur vermittelt, sondern auch erfahren.

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